Klangexperimente und kreatives Gestalten im Klavieranfangsunterricht

Pädagogik

Im Zentrum meiner pädagogischen Forschungsarbeit und Unterrichtspraxis steht die Entwicklung einer Unterrichtsmethode mit Klangexperimenten und Kreativem Gestalten auf der Grundlage neuer Spieltechniken und Notationsweisen in der Zeitgenössischen Musik.

Hierbei beziehe ich mich konsequent auf die sich in der zeitgenössischen Musik sprunghaft erweiternden Spieltechniken und nutze die damit entstehende Freiheit methodisch als Ausgangspunkt für einen kreativen und experimentierfreudigen Anfangsunterricht.

Kinder entdecken dabei ganz ungehindert das große geheimnisvolle Instrument Klavier und seinen faszinierenden Klangraum. Sie experimentieren mit Klängen, notieren grafisch, was sie herausgefunden haben, und beginnen so spielerisch zu komponieren. Die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit am Klavier entwickeln sich zu eigenen originellen Kompositionen, die schon wenige Wochen nach dem Beginn des Unterrichts mit großer musikalischer Spannung am Klavier präsentiert werden können. Spontan entdecken sie, was es bedeutet spannungsvoll zu musizieren.

von Lynn (5 Jahre)

Die Erträge meiner über 15-jährigen, intensiven und praxisbezogenen didaktischen Forschungsarbeit schildere ich im Kontext von Tagungen und in Aufsatzform. Dabei verbinde ich das Konzept eines experimentellen Klavierunterrichts immer wieder mit konkreten Einblicken in die Unterrichtspraxis, verorte sie im weiten Horizont der Neuen Musik  und stelle sie unter den Aspekten von musikalischer Motivation, Kreativitätsentwicklung und Klangsensibilisierung dar. Im Ergebnis zeigt sich dabei immer wieder, wie viel eine derartige Didaktik dazu beitragen kann vom ersten Ton an die klangliche Überlegenheit des Klaviers gegenüber allen seinen elektronischen Plagiaten erfahrbar zu machen, wie gut sich mit diesem Ansatz die Grundlage für eine unvoreingenommene Begegnung mit Neuer Musik legen lässt und wie  dabei fast von selbst spannungsvolles und engagiertes Musizieren zu vermitteln ist.

∴ Öffentliche Vorstellung dieses Modells im Rahmen des Stuttgarter Symposions „Wege zur Neuen Musik“ am 7.5.2004 (Bericht im „Musikjournal“ des Deutschlandfunks am 10.5.2004)

∴ Vortrag zum Thema „Erfinden von Musik“ im Rahmen des Kongresses der „Gesellschaft für Musik Pädagogik“ (September 2007); veröffentlicht als Beitrag in „Musik im Diskurs. Band 22; Musik erfinden – Beiträge zur Unterrichtsforschung.“ Aachen 2008 (Live-Mitschnitt auf einer dem Buch beiliegenden CD)

∴ Vortrag zum Thema „Wege zur Neuen Musik“ im Rahmen des Kongresses der „EPTA/ Schweiz“ (November 2007); veröffentlicht unter: http://www.epta.ch/files/2007_chur_song.pdf

∴ Hauptbeitrag in „Üben und Musizieren. Zeitschrift für Instrumentalpädagogik und musikalisches Lernen“ 5/2017 „Nichts steht im Weg. Kinder entdecken Musik im Klangraum Flügel“
https://de.schott-music.com/shop/ueben-musizieren-2017-05-no354691.html

Nichts steht im Weg

Anton (7 Jahre) Gespenstmusik

Anton

Klangbeispiele aus dem Unterricht: Antons Gespenstmusik